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Zecken - die achtbeinigen Blutsauger

Vor allem im Süden Deutschlands ist es angebracht, nach einem längeren Aufenthalt im Freien den Körper gründlich unter die Lupe zu nehmen. Der Grund: Hier lauern in Gräsern und an Sträuchern Zecken, die sich auf vorüberkommende Säugetiere stürzen, um ihr Blut auszusaugen. Weltweit gibt es etwa 900 verschiedene Arten von Zecken, die sich durchwegs parasitär vom Blut von Wirbeltieren ernähren. Das allein macht Zecken für den Menschen aber noch nicht gefährlich. Sehr viel gravierender ist, dass Zecken sehr viele Krankheiten übertragen können, die für den Menschen sogar lebensgefährlich sein können. Zudem sind Zecken, die auf der Suche nach Beute sind, sehr klein und können im Vorfeld kaum gesehen werden.

Hier leben die Zecken

Bei Zecken handelt es sich um Spinnentiere, die weltweit verbreitet sind. Von insgesamt etwa 900 Zeckenarten leben rund 20 in Deutschland. Dem Menschen werden vor allem der Gemeine Holzbock und in selteneren Fällen auch die Auwaldzecke gefährlich. Alle anderen Arten weichen notfalls auf andere Wirtstiere, auch Vögel, aus. Weltweit werden die Menschen am häufigsten von der Braunen Hundezecke gebissen. Diese Art stammt eigentlich aus Afrika, ist aber inzwischen auch in Südeuropa sehr weit verbreitet. In Deutschland sind die Temperaturen zu niedrig, als dass die Braune Hundezecke hier überleben könnte.

Wie findet die Zecke ihre Opfer?

Im Laufe der Evolution haben Zecken zwei Strategien entwickelt, um ihre Opfer zu finden: Der Gemeine Holzbock etwa klettert auf eine Pflanze, hält sich hier mit dem hinteren Beinpaar fest und wartet, bis sich ein potenzielles Beutetier nähert, an das er sich klammert. Dass sich Zecken aus den Bäumen auf die Opfer herabstürzen, ist übrigens lediglich ein Gerücht. Sie legen sich maximal in Hüfthöhe auf die Lauer, weil die eigentlich bevorzugten Beutetiere sehr viel kleiner sind als ein Mensch.

Es gibt allerdings auch Zeckenarten, die aktiv auf die Jagd gehen wie die Braune Hundezecke. Dafür nutzen sie chemische Sensoren, die im sogenannten Haller´schen Organ an den Vorderbeinen sitzen. Mit Hilfe dieses Organs finden auch die "Lauerer" ihre Beute.

Das Haller´sche Organ ermöglicht den Zecken, chemische Verbindungen zu orten, welche ihre Wirte durch die Atmung und durch Schweiß abgeben. Dazu gehören neben Kohlendioxid und Ammoniak vor allem Milch- und Buttersäure. Damit sie die Signale möglichst gut empfangen können, strecken die Zecken das vordere Beinpaar weit nach vorne, sobald sie durch andere Signale wie Vibrationen spüren, dass sich ein möglicher Wirt nähert.

Selbst wenn sich Zecken auf dem Körper niedergelassen haben, bleibt dem Menschen meist noch genügend Zeit, den Parasiten aufzustöbern. Denn Zecken klettern meist mehrere Stunden auf dem Körper herum, bevor sie tatsächlich zubeißen. Sie bevorzugen dünne Hautstellen, die feucht und warm sowie gut durchblutet sind. In der Leistenbeuge, hinter den Ohren, in den Kniekehlen und am Haaransatz schlagen sie mit Vorliebe zu. Sobald sich eine Zecke vollgesaugt hat, lässt sie sich einfach vom Körper abfallen. Zeckenweibchen verkriechen sich nach ihrer letzten Mahlzeit in eine geschützte Stelle am Boden, um die Eier abzulegen, während sich die Männchen auf die Suche nach paarungswilligen Weibchen begeben. Die Weibchen mancher Arten können bis zu 20.000 Eier legen, anschließend stirbt das Weibchen.

Krankheitsüberträger Zecke

Wird ein Mensch von einer Zecke gebissen, sollte er auf keinen Fall leichtfertig mit dem Biss umgehen. Weil sowohl Menschen als auch Tiere auf ihrem Speisezettel stehen, können sie zahlreiche Krankheiten übertragen, die schwerwiegende Folgen haben und sogar tödlich enden können. Die Krankheitserreger geraten direkt mit dem Zeckenbiss in die Blutbahn, sodass die Krankheit im menschlichen Körper schnell fortschreiten und ein gefährliches Ausmaß annehmen kann. Zu den gefürchtetsten Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden können, gehören Babeiose, das Zeckenbissfieber, Borreliose und vor allem FSME. Die Zecken übertragen diese Krankheiten übrigens nur, erkranken selbst jedoch nicht daran. Die Forschung erklärt sich diese Tatsache dadurch, dass sich Zecken, Viren und Bakterien im Laufe von Jahrtausenden so sehr aneinander angepasst haben, dass die Zecken nicht von den Krankheiten betroffen werden können. Schließlich sind die Zecken für die Krankheitserreger wichtige Überträger, die sie brauchen, um sich zu vermehren.

Wie schützt man sich vor Zecken?

Der wichtigste Schutz gegen Zecken ist die richtige Kleidung. Kurze Hosen und T-Shirts beispielsweise laden Zecken geradezu zum Beißen ein. Wer sich lange in der Natur aufhält, sollte deshalb besser lange Hosen tragen. Diese machen es den Zecken zwar nicht unmöglich, aber zumindest schwieriger, zuzubeißen.

Wer in einem gefährdeten Gebiet lebt oder dort Urlaub macht, sollte sich sicherheitshalber gegen FSME impfen lassen. Die Impfung ist von daher wichtig, weil sich die Krankheit, sobald sie erst einmal ausgebrochen ist, nicht behandeln lassen.

Hat sich trotz aller Vorsicht eine Zecke am Körper festgebissen, sollte sie nicht mit Gewalt entfernt werden. Hier besteht die Gefahr, dass der Körper der Zecke zerstört wird. Bleiben die Beißwerkzeuge und der Kopf in der Haut stecken, besteht außerdem eine zusätzliche Infektionsgefahr. Sicherheitshalber ist ein Besuch beim Hausarzt nach einem Zeckenbiss Pflicht. Der kann eventuelle Symptome ernsthafter Erkrankungen rechtzeitig erkennen und gegensteuern.


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